Koniferen bestimmen

Viele finden es schwer, Koniferen zu unterscheiden.

Araucaria araucana

Alles immer grün, alles nur nadelig und piksig. Alle sehen gleich aus.

Und das ist das Problem. Wir haben nicht gelernt genau hinzuschauen. Alle sehen irgendwie anders aus, riechen anders oder fühlen sich anders an. Zwar sind Koniferen als Gartenpflanzen momentan ziemlich out, aber gerade wegen ihrer Urtümlichkeit und ihrer meist immergrünen Nadeln haben sie durchaus einen hohen Gartenwert. Sie sind meist sehr dicht und daher als Sichtschutz geeignet und werden von vielen Vögeln dankbar als Nistplatz angenommen.

In den beiden folgenden Dateien habe ich Bestimmungsschlüssel zum Download bereit gestellt, die ich mit einer Berufsschulklasse zusammen erarbeitet habe.

Viel Erfolg beim Koniferen bestimmen.

Unterscheidungsmerkmale von Koniferengattungen

Landkarte durch die Welt der Koniferen

 

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Grafiken Feinstaub

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Warum heißt der Lebensbaum eigentlich “Lebensbaum”?

Der Lebensbaum, Thuja ist eine Gattung der Koniferen und gehört zur Familie der Cupressaceae. Der Name Thuja geht (ebenso wie der Name des Thymians) auf das griechische Wort thýein (= Rauchopfer darbringen) zurück. Da der Lebensbaum ätherische Öle enthält, die seinen charakteristischen Duft ausmachen, hat man damit andeuten wollen, dass er dem Weihrauch ähnelt.  Die Gattung Thuja ist beheimatet in Ostasien (Thuja koraiensis, Thuja standishii und Thuja sutchuenensis) und in Nordamerika (Thuja plicata und Thuja occidentalis). Der aromatische Duft der Nadeln und des Holzes ist für die einzelnen Arten charakteristisch. Während der Riesenlebensbaum (Th. plicata) nach Ananas riecht, erinnert der würzige Duft des Abendländischen Lebensbaumes eher an Nelken. Der orientalische Lebensbaum wird heute als eigenständige Gattung, Platycladus orientalis (früher: Thuja orientalis) geführt.

Seinen Namen “Lebensbaum” bekam der Thuja auf folgende Weise:
Jaques Cartier, ein französischer Entdecker und Seefahrer segelte 1534 mit zwei Schiffen nach Neufundland.  Als er 1535 den Sankt Lorenz Strom hochsegelte litt seine 100 Mann starke Besatzung unter Skorbut, einer damals noch unbekannten Krankheit. Indianer vom Stamm der Huronen zeigten Cartier, dass man aus der Rinde von Thuja einen sehr Vitamin C reichen Tee zubereiten kann, der die Krankheit seiner Männer schnell heilte. Daher nannte Cartier den Baum Arbor vitae, zu Deutsch: Lebensbaum.

Kurios: Die grünen Teile des Lebensbaumes sind giftig. Die ätherischen Öle können Hautreizungen hervorrufen. Daher sollten empfindliche Menschen Handschuhe trage, wenn sie mit Thujazweigen in Berührung kommen. Die Aufnahme des Giftes durch den Verdauungstrakt kann tödlich sein!

Es handelte sich damals um den kleineren Vertreter, den Abendländischen Lebensbaum, der im Osten Kanadas bis rund um die Great Lakes sein natürliches Verbreitungsgebiet hat. Der größte Vertreter der Gattung Thuja, der Riesenlebensbaum kommt hingegen aus dem Westen Nordamerikas von Nordkalifornien bis Alaska. Der Riesenlebensbaum ist auch wirklich ein echter Riese der nordamerikanischen Wälder. Er kann eine Höhe von über 60m erreichen, der Stammdurchmesser kann an knapp 6m heranreichen. Solche Bäume können bis zu 500 m³ Stammholz liefern. Der abendländische Lebensbaum hingegen erreicht gerade mal ein Drittel der Größe.

Das Holz des Lebensbaumes ist sehr beständig und wertvoll. Die amerikanischen Arten werden gehandelt als “Red Cedar” (Th. plicata) und “White Cedar” (Th. occidentalis).

Das Bild zeigt eine Gruppe ca. 40m hoher Riesenlebensbäume und wurde von meiner Frau Heidi im Bedgebury Pinetum in England aufgenommen

Und was ich nebenbei erfahren habe:
Bei der Recherche zu diesem Artikel stieß ich noch auf Folgendes: Die Huronen sind ein Indianerstamm, der ursprünglich mit den Irokesen verwandt war. Sie selbst nennem sich Wyandot. Der aus dem französischen abgeleitete Name Hurone geht auf das Wort le hure zurück, was im französischen den Borstenkamm des Wildschweines beschreibt. Cartier hat die Indianer aufgrund der eigentümlichen Haartracht, dem Irokesenschnitt so genannt.

 

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100 % Arabica

Haben Sie sich nicht auch schon gewundert?

Kaffee stellt man aus Kaffeebohnen her. Kaffeebohnen sind aber gar keine Bohnen sondern zählen zu den Steinfrüchten. Es sind also eher Kaffeekirschen, die im vollreifen Zustand knallrot sind und nach Jasmin duften.  Der Kern der Kaffeekirsche enthält zwei Samen, die von einem feinen pergamentartigen Häutchen umgeben sind. Diese Samen werden geröstet und bekommen dadurch erst den intensiven Geschmack und das eigentliche Kaffeearoma.

Botanisch gesehen ist Kaffee eine Rubiaceae, also ein Rötegewächs. Er ist verwandt mit dem heimischen Waldmeister und dem Klettenlabkraut, die aus der gleichen Pflanzenfamilie stammen. Der botanische Name des Kaffeestrauches ist Coffea arabica. Dieser Art gehören auch die kleinen Kaffeepflänzchen an, die bei uns gelegentlich als Zimmerpflanzen im Handel sind. Echte Kaffeesträucher also, die eine Größe von bis zu 8 m erreichen können und später einmal 100% arabica-Bohnen (oder Kirschen) tragen werden. Nicht ein einziges Prozent andere Kirschen – nur arabica-Kirschen! Was soll schon sonst im Kaffee sein.

Nachdem ich zum 3624ten Mal diese Kaffeewerbung gehört hatte, wurde ich denn doch neugierig. Und so habe ich nachgeforscht. Die Gattung Coffea besteht aus mehreren Arten, die allesamt auf dem afrikanischen Kontinent zu Hause sind:

Coffea arabica ist der Bergkaffee aus Äthiopien bis in den Sudan vokommend. Es handelt sich um langsam wachsende Sträucher, die den edelsten Kaffee liefern. Er ist mild im Geschmack und hat einen deutlich geringeren Koffeingehalt als die anderen Arten. Daher ist er auch verträglicher. Aufgrund dieser Eigenschaften liefert der Bergkaffee heute weltweit etwa 80% der gesamten Kaffeeernte. Er wird nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien und in Mittel- und Südamerika (das hat ihm auch den deutschen Namen “Javabohne” eingetragen) angebaut und ist in vielen Ländern eines der wichtigsten Exportprodukte. Wenn Sie also heute Kaffee trinken, dann ist es wahrscheinlich 100%iger Arabica.

Was ist mit den anderen Kaffeearten?

Coffea canephora kommt im Sudan, in Uganda und in Angola vor. Diese Art bezeichnet man auch als Robusta-Kaffee oder Tieflandkaffee. Er hat einen doppelt so hohen Koffeeingehalt wie die Arabica-Bohne und schmeckt erdig und leicht muffig. Die Pflanze selbst ist schnell wachsend und viel ertragreicher, sehr hitzetolerant und unanfällig gegen Krankheiten. Aber wegen des anderen Geschmacks wird er wenig geschätzt und macht nur etwa 20% der  Weltkaffeeernte aus. Vor allem in Frankreich und Spanien wird man in der Cafeteria eher Kaffee aus der Robust-Bohne serviert bekommen – und deswegen schmeckt der Kaffee da anders und haut auch viel mehr rein! Auch die Italiener schätzen  diese Sorte, da er eine besonders feine Crema bildet, wird er für die Herstellung von Espresso verwendet.

Coffea congensis, der Kongokaffee ist eher empfindlich. Sein hoher Koffeeingehalt und sein fettiges Aroma verleihen ihm einen besonderen, intensiven Geschmack. Er wird oft in Mischungen mit Robusta-Bohnen verwendet, um einen feineren Blend zu erhalten.

Coffea eugenioides ist sehr mild und hat einen besonders niedrigen Koffeingehalt. Für denAnbau hat er kaum eine Bedeutung, wohl aber für die Züchtung neuer Kaffeesorten. Durch Einkreuzen von Coffea eugenioides mit Coffea arabica oder auch Coffea canephora bekommt man mildere Sorten, die aber dennoch einen runden Geschmack liefern.

Coffea liberica, der Liberia-Kaffee ist viel ertragreicher und robuster als Coffea arabica, aber seine Bohnen weisen nur eine geringe Qualität auf. Daher ist diese Art praktisch gar nicht im Anbau.

Coffea racemosa ist ein kleiner laubabwerfender Strauch (alle anderen hier beschriebenen Arten sind immergrün!), der nur eine Höhe von etwa 3-4 m erreicht. Seine süßlich duftenden Blüten erscheinen vor dem Laub,  was ihn auch zu einer interessanten Gartenpflanze machen könnte. Diese Art kommt in Tansania und Mozambique vor und dort in Höhenlagen bis 1000m. Coffea racemosa ist die einzige Kaffeeart, die auch leichte Fröste übersteht. Ihre Winterhärte dürfte aber nur für wenige Grad Celsius unter 0 reichen (-2 bis -3°C?). Im Gegensatz zu den anderen Kaffeearten sind die Kirschen in der Vollreife dunkel violett bis schwarz gefärbt. Keine Bedeutung für die Kaffeeindustrie.

Coffea stenophylla ist in Westafrika zu Hause. Es handelt sich auch hierbei nur um einen kleinen Strauch, der etwa 3m hochwird. Die Bohne der Coffea stenophylla oder dem Sierra Leone-Kaffee liefert einen besonders vollmundigen Kaffee, den Highland-Kaffee (schmeckt leicht nach Schokolade).

So! Genug gefachsimpelt – ich mach mir jetzt erstmal einen Kaffee.

Wahrscheinlich einen 100%igen Arabica. Wohl bekomm´s!

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Denkt Euch, ich hab´ das Christkind gesehen!

Es kam aus dem Wald, aber war das Mützchen voll Schnee? Nun das weiß ich nicht genau!

Schon als Kind habe ich mir Gedanken gemacht, ob der Weihnachtsmann oder das Christkind die Geschenke bringt.

Bei uns im Haus war man da durchaus unterschiedlicher Ansicht. In der Wohnung meiner Eltern kam stets das Christkind, während bei meinen Großeltern unten im Haus immer der Weihnachtsmann die Geschenke brachte.

Natürlich hat wohl jeder von uns auch schon den Weihnachtsmann gesehen.

Bei uns im Dorf kam er jedes Jahr zur Adventsfeier die von der Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuz im Deutschen Haus ausgerichtet wurde und zu der wir Schulkinder gingen, um einige Lieder und Gedichte vorzutragen. Das war schon unheimlich, wenn dieser große Kerl mit seiner Leibesfülle den Saal betrat. Er hatte immer einen schweren roten Mantel an und trug einen großen Sack. Und während er wild mit der Rute herumfuchtelte erklang unter seinem weißen Bart, der irgendwie eher an Watte erinnerte, in einem tiefen Bariton: „Kinder, wart Ihr denn auch alle brav?“. Das waren schreckliche Sekunden, denn in diesem Moment gingen mir die Streiche der letzten Wochen noch einmal durch den Kopf. Aber wir antworteten natürlich alle im Chor: „Ja!“ Die einen halt eher schüchtern oder gar ängstlich, die anderen freudig (das müssen wohl die Braven gewesen sein). Nun ja, die Stimme des Weihnachtsmannes hatte schon Ähnlichkeit mit der unseres Hauptlehrers. Und waren das nicht auch die gleichen Schuhe? War es wirklich unser Hauptlehrer? Aber der neigte eigentlich nicht zur Fettleibigkeit! Einige der Viertklässler waren allerdings der Meinung, dass es den Weihnachtsmann überhaupt nicht gäbe.

Aber wir durften natürlich alle nach vorne kommen und in seinen großen Sack hineingreifen. Da waren dann auch allerhand Süßigkeiten drin: Mandarinen, Nüsse, kleine Schokoladentäfelchen und Lutscher mit der Aufschrift „Volksbank eG Siedenburg“. Aber so tief man auch hineingriff in den Sack, es war weder eine Modelleisenbahn darin, noch die Negerpuppe, die ihr Fläschchen austrinken konnte und anschließend Pippi machte und die sich meine Schwester so sehr wünschte.

Diese schönen Dinge brachte er halt erst am Heiligen Abend. Aber so sehr wir auch aufpassten, nie haben wir ihn am Heilig Abend gesehen. Weder vor dem Hause noch auf dem Dach sah man je seinen Schlitten parken. Man sah ihn auch nie herankommen, noch abfahren. Wahrscheinlich fuhr der Bursche ohne Licht! Auch war es schon recht merkwürdig, dass er sich angeblich durch den Schornstein zwängen sollte. Unser Schornstein (ich habe einmal hineinschauen dürfen als der Schornsteinfeger da war) war nicht einmal groß genug, dass ich hätte hinein kriechen können. Wie sollte dann ein solch schwergewichtiger Kerl hindurchschlüpfen. Wie wollte er in die Stube kommen? Schließlich war die einzige Reinigungsklappe des Schornsteins neben der Heizung in Omas Küche.

So kamen mir doch berechtigte Zweifel, ob der Weihnachtsmann die Geschenke bringt. Selbst Oma und Opa, die sich meist den ganzen Nachmittag in der Stube aufhielten, während wir oben im Kinderzimmer mehr oder wenig geduldig auf das Christkind bzw. den Weihnachtsmann oder auf beide warteten, waren jedes Mal erstaunt, wenn unten plötzlich der Tannenbaum mit all den Kerzen erstrahlte und die vielen Geschenke herumlagen. Aber den Weihnachtsmann hatten sie auch nicht gesehen.

Auch meine Schwester hatte einige Zweifel. So meinte sie, dass es doch eigentlich viel besser sei, wenn in das eine Haus nur das Christkind käme und in das andere Haus der Weihnachtsmann. Da die beiden doch an Heilig Abend so viel zu tun hatten, könnten sie sich die Arbeit besser einteilen. Ich weiß bis heute nicht, ob das ein logistischer Geistesblitz war oder ob sie nur meinte, dass dann die Geschenke viel eher am Bestimmungsort wären und damit die qualvolle Wartezeit verkürzt werden könnte.

Wie auch immer. Ob der Weihnachtsmann wirklich die Geschenke brachte, war eigentlich immer zweifelhaft. Und was trieben eigentlich Oma und Opa den ganzen Nachmittag in der Stube, in die doch eigentlich niemand hinein durfte?

Die Geschenke bringt natürlich das Christkind.

Das habe ich schließlich selbst gesehen!

Vor Zeugen!

Und meine Schwester auch.

Auch mein Bruder!

Jedes Jahr am Heiligen Abend kam also das Christkind, während wir geduldig im Kinderzimmer warteten (erwähnte ich glaub´ ich schon). Es war schon dunkel geworden und rund um das Haus, wir wohnen auf einem Gehöft außerhalb des Ortes und fernab von größeren Straßen, war es fast gespenstisch still.

Und dann war es so weit!

Es klingelte an der Haustür.

Das macht das Christkind übrigens immer so. Jedenfalls bei uns.

Auf dieses Signal hin rissen wir die Tür des Kinderzimmers auf und stürmten mit lautem Gepolter die Treppe hinunter. Aber so sehr wir uns auch beeilten, mein Vater war stets als erster unten an der Haustür. Wir liefen hinaus und stellten uns auf die kleine Mauer neben der Haustür und dann warteten wir. Das Christkind fuhr nämlich immer erst zu uns und danach entweder durch den Wald nach Päpsen und von dort nach Siedenburg oder umgekehrt, von uns nach Siedenburg und dann nach Päpsen.

Woher ich das weiß? Ich hab es mit eigenen Augen gesehen. Alle Jahre wieder.

Steht man nämlich auf der Mauer, dann sieht man über den Gartenzaun hinweg ein Stück von der Päpser Straße. Ganz weit hinten, denn die Straße ist immerhin fast zwei Kilometer von unserem Haus entfernt. Aber wenn man nun ganz still steht und gut aufpasst, dann sieht man dort ein Licht entlang fahren und dass ist das Christkind. Manchmal dauert das natürlich einen Augenblick. Insbesondere dann, wenn das Christkind erst in Siedenburg die Geschenke verteilt und dann nach Päpsen fährt, denn Siedenburg ist deutlich größer. Und ich bin sicher, dass es das Christkind ist, schließlich hat es ja gerade eben noch an unserer Tür geklingelt und zweitens würde das Christkind nicht ohne Licht fahren.

So ist es noch heute! Immer noch klingelt das Christkind bei uns. Immer noch kann man es kurze Zeit später die Päpser Strasse entlang fahren sehen. Die großen Kinder sind manchmal nicht ganz sicher ob es wohl auch ein Auto sein könnte, dass dort entlang fährt. Aber wer fährt schon am Heiligen Abend mit dem Auto ausgerechnet von Päpsen nach Siedenburg und das zu einer Zeit in der jeden Moment das Christkind kommen könnte?

Aber die Kleinen sind sich sicher: „Ich hab das Christkind gesehen!“

Ich weiß genau, auch im nächsten Jahr wird es wieder klingeln.

Das macht das Christkind übrigens immer so. Jedenfalls bei uns.

Sicher ist auch, dass ich jetzt immer zuerst an der Haustür stehe, wenn es geklingelt hat. Auch wenn sich alle noch so beeilen, ich bin immer der Erste. Und wenn wir alle einen kleinen Augenblick still sind und geduldig warten, dann können wir davon erzählen:

„Denkt Euch, ich hab das Christkind gesehen!“

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